Freitag, 19. August 2016

Künstlerdorf Groznjan {Kroatien - Istrien - Tipp}


Heute gibt es etwas für diejenigen unter Euch, die noch das Glück haben, entweder im Urlaub zu sein, oder noch fahren zu dürfen, oder die, die einfach in Gedanken noch einmal in den Süden möchten, oder...

...die Liebhaber der gepflegten Urlaub-mit-Kultur-Tipps unter Euch!










Solltet Ihr einmal Urlaub in Istrien, dem nördlichsten, an Slowenien grenzenden Teil von Kroatien, machen, dann kann ich Euch einen Besuch des

Künstlerdorfs Groznan

im Bergland zwischen Umag und Porec nur wärmstens ans Herz legen!


Verbringt die Abende nicht nur an der Küste, wo es - das muss man zwar einfach sagen - schönste Sonnenuntergänge gibt, wie man sie sonst auf der griechischen Insel Santurini zu sehen bekommt - aber leider auch schon sehr touristische Meilen in den schönen Städtchen wie Umag, Rovinj, Porec, ect, auf denen Ihr bei den Straßenhändlern allen Kitsch kaufen könnt.

Wagt auf jeden Fall einmal die Fahrt ins höher gelegene Hinterland und seinen kleinen Städtchen und Dörfchen wie z.B. Buje.

Der absolute Traum ist für mich das kleine
Künstlerdörfchen Groznan.
















Ich hätte jeden Abend dorthin fahren können und mir, mit einem Gläschen Wein auf der uralten Stadtmauer sitzend, ansehen können, wie die Sonne hinter der hügeligen Landschaft, die der auf Korsika sehr ähnlich ist, immer tiefer sinkt, bis sie am Horizont ins Meer fällt, das man von hier noch so gut sieht.

In der Nase dabei den Duft der riesengroßen Lavendel- und Rosmarinbüsche, die in den Olivenhainen unterhalb der Mauern wachsen.

Hier herrscht eine ganz wunderbare, stressfreie Atmosphäre, die wir alle oft so dringend nötig haben.














Das Dörfchen ist uralt und war auf Grund seiner Lage 
schon immer  ein gefundenes Ziel für Einsiedler.

Es gibt dort sogar Spuren keltischer und illyrischer Zivilisation.
Später lebten die Bewohner dort unter römischer, dann byzantinischer Herrschaft, dann wurde es durch Venedig, danach vom Kaiserlichen Frankreich regiert  - und als sei es damit noch nicht genug - danach durch das Kaiserliche Österreich.















Das alles hinterlässt Spuren und formt, aber 1965 wurde das, bis dahin dann größtenteils verwaiste Örtchen an Musiker und Künstler übergeben, die es vor dem Verfall schützen und dort seitdem regelmäßig Kunstveranstaltungen wie die "Extempore" oder Musikveranstaltungen wie das im Juni stattfindende dreiwöchige Festival

"Jazz it back"
 
von Weltrang organisieren.












Wir hatten das Glück, genau im Juli dort zu sein - und kamen dadurch  in den Genuss der Jazzmusik,

die durch die kleinen, verwinkelten Gässchen mit ihrem uralten Pflaster hallte.









Zwischen den kleinen Gässchen, die trotz dieser Veranstaltungen, die an einen Riesenrummel denken lassen, total schnuckelig und nicht überfüllt sind, haben zahlreiche Künstler ihre Lädchen in den alten Häusern geöffnet, in denen sie wunderschöne Kunst und Handwerk - vom Kupferstich und Ölgemälde, der schönsten getöpferten Schale und Tasse, dem Silberschmuck bis zum selbstgemachten Olivenöl, den handgefertigten Lavendelbällen und Trüffelspezialitäten, anbieten.


Und wirklich alles so wunderschön und bezahlbar (!) und nicht der Touristenramsch, den Ihr an der Küste unten erwerben könnt. 


















Ebenso nett und bezahlbar könnt Ihr in einem der netten kleinen Restaurants einkehren, und  später dann noch in der lauen Sommernacht, die wir in Deutschland kaum noch kennen, oder nur noch spontan wochentags genießen können, vor der Bühne den Musikern zuhören und zuschauen.


Viva La Musica! Ars Vivat!

















Und noch einen Tipp in Groznan selbst habe ich für Euch. 


Normalerweise sitzt man ja bei Temperaturen von 30°C+ nicht unbedingt in den Bars und Restaurants, sondern wir genießen es ja dann gerade, auf den Terrassen zu sitzen zu können.

In Groznan sind wir allerdings von einem Gewitter mit heftigen Regen überrascht worden, und sind deshalb frühzeitig in die Innenräume der

 
Kaya Energy Bar

geflohen.

Wie schön!
Ihr müßtet sie Euch ansehen.

Das uralte Haus ist Teil der alten Stadtmauer, dunkel und kühl und ganz, ganz schön eingerichtet.

Alles, worauf und woran Ihr hier sitzt, wird verkauft.

Und dazu könnt Ihr Bio-Produkte essen und trinken.

...und seitdem hat Herr Lillewind den Auftrag, sich zu erkundigen, wie man diese wunderschönen Holzhocker oder –tische aus Baumstämmen fertigt, die obendrauf ganz glatt glasiert sind.


Ich finde sie wunderschön, und wenn Herr Lillewind – jaaaaa…ich weiß ja, dass er hier ist und mitliest! – das herausgefunden hat, mache ich bestimmt einen DIY-Artikel daraus, damit Ihr nicht erst nach Groznan müßt, um einen zu bekommen.


Freut Euch also darauf!

Und geht nach Groznan!

Es lohnt sich!




























Liebste Grüße



Eure Lillewind






Kommentare:

  1. Unglaublich wie schön du fotografierst, du triffst immer die richtigen Winkel, fängst die wundervolle Atmosphäre dieser anderen Welt ein. Ich denke es geht allen, die den Artikel lesen, genauso: man hat Lust die Koffer zu packen und loszufahren. Danke!

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