Mittwoch, 9. August 2017

Ich will zurück nach Westerland.... SYLT




Rotes Kliff
 





Ihr Lieben

Noch nicht zwei Wochen sind wir aus unserem Urlaub zurück und erst wenige Tage bin ich wieder im Büro - da könnte ich schon wieder zurückfahren - nach Sylt...
Die Insel hat es mir einfach angetan!

Vor Jahren waren wir zum ersten Mal dort.
Genau genommen war es eine überwiegend verregnete und stürmische Woche im September, und es war unsere Hochzeitsreise.

Hört sich nicht gut an? War es aber!
Im Grunde wollten wir diese vielbesungene Insel mit der wunderschönen Dünenlandschaft, der Küste, an der der blanke Hans pausenlos knabbert, und den angeblich "ach so vielen" Schönen und Reichen einmal gesehen haben und schauen, was am Klischee dran ist.
Naja, Ihr wißt ja!
An jedem Klischee ist natürlich etwas dran! 

 
So kann man nicht bestreiten, dass man bereits am Autozug in Niebüll einen sehr hohen Prozentsatz an hochrangigen Fahrzeugen süddeutscher Manufakturen sehen kann.
Gern die aus Stuttgart mit den Pferdchen im Wappen.

Tim und ich konnten - ungelogen - während einer halben Stunde, die wir in Kampens Ortsmitte am Straßenrand warteten, 24 (!!!) Porsche zählen, die an uns vorbeiführen.
Piet toppte das Ganze und zählte während einer Radtour am nächsten Tag innerhalb von drei Stunden 61 (!!)  Stück dieser Karossen. 
Ich finde die Zahl zwar schon etwas erhaben, aber jedem das Seine - und wenn es ein Porsche ist: umso besser.
Was mich allerdings tatsächlich einen Moment lang sprachlos machte, war das goldene Beetle-Cabrio. 
Und mit golden meine ich nicht dieses Gold-Metallic, das man schon einmal an den Autos unserer Grosseltern sah, sondern tatsächlich gold-glänzend! 
Um genau zu sein: Goldbarren-Goldglänzend!

















Auch ist es kein Gerücht, dass auf Sylt die Litfaßsäulen größtenteils durch Manpower ersetzt wurden, und daher manches Polohemd sehr großzügig mit den Labels und Markenzeichen (sehr) teurer Hersteller behaftet ist.
Erst seit ich das erste Mal auf Sylt war, habe ich übrigens auch eine ungefähre Preisvorstellung, was eine, im Restaurant genossene Flasche Veuve Clicquot kostet, denn nicht selten ist der Preis der ganzen Flasche neben dem des einzelnen Glases bereits außen an den Restaurants bei den Tagesspezialitäten angeschlagen.




Kampen


Aber man findet eben immer das, was man sucht, oder?!
Singen nicht schon die Ärzte in Ihrem Lied "Westerland" davon?!


Aber glaubt mir: Wer nur diesen Teil der Insel sehen will und behauptet, DAS sei
 S Y L T , der übersieht all die kleinen Cafés und Lokale in den Ortschaften, die etwas weniger touristisch und laut sind als Westerland und List mit seinem Gosch, diesem Fischhändler, der mit seinen Edelimbissbuden inzwischen von Sylt bis St.Peter-Ording an der ganzen deutschen Nordseeküste zu finden ist, oder gar dem Odin in Kampen.





Blick von der "Kupferkanne" Richtung Wattenmeer










Künstlercafé "Kupferkanne", Kampen




Es gibt sie wirklich, die anderen netten Locations, in denen man zu ganz moderaten Preisen die traditionellen Gerichte wie Sylter Rote Grütze, Bratkartoffeln mit Spiegelei oder einfach eine Currywurst bekommt.
Und wer statt des Glases Champagner auch gern ein Radler (bzw. Alster, wie man es hier im Norden nennt!) trinkt, der wird auf der Insel genauso wenig oder viel im Bankrott enden wie anderswo.

Seit unserem ersten Mal sind wir inzwischen weitere drei Mal auf Sylt gewesen. Zu jeder Jahreszeit, und ich muss gestehen, dass das Wetter (bis auf dieses Mal) meistens schlecht war - aber dennoch: Immer wieder zog es uns hin!
Wie kann das sein?
Bei dem Klischee?

Ich verrate es Euch:
Das Klischee sagt nichts darüber, dass die Insel relativ leicht zu erreichen ist.
Man muss nicht erst tausende Kilometer - wie bis Kroatien o.ä. zurücklegen, um am Urlaubsziel anzukommen.

Die Insel hat eine herausragend schöne Dünenlandschaft.













Ein Traum, den die holländische Küste so leider nicht bieten kann.

Das benachbarte Dänemark kann es wohl, dafür hat man von den schönen Häuschen, die dort in den Dünen liegen, aber immer einen relativ weiten Weg bis zu den verschiedenen Ortschaften zurückzulegen.

Immer wieder könnte ich außerdem vor einem dieser schnuckeligen Friesenhäuser stehen bleiben.
Oftmals hunderte von Jahren alt, reetgedeckt, mit original friesischer Klöntür und liebevoll restauriert oder erhalten. 















Ich mag außerdem dieses Klima auf den Nordfriesischen Inseln.

Natürlich hat man selten das Glück, es wie z.B. in Kroatien von morgens bis abends richtig (Strand-) warm bis heiß zu haben, und muss auch ganz oft seine Regenjacke dabei haben, aber in diesem Jahr fand ich das sehr viel angenehmer, als zu schwitzen.

Hitze hin oder her - ab und zu brauche auch ich sie - aber im Großen und Ganzen kann ich mich doch besser erholen, wenn das Klima auch noch andere Aktivitäten zulässt als Beach-Barbecue-Sleep-Repeat!

Selten fühlte ich mich nach einem Sommerurlaub so erfrischt, durchgepustet, erholt und voller neuer Ideen und Pläne.

Es macht einfach diese schöne Mischung aus Strandtag, Sonne, Wind, Radfahren, und vielen, vielen Eindrücken.
In diesem Jahr war es übrigens erstmalig soweit: Unser Großer ist erst nach einer Woche mit dem Zug nachgekommen, nachdem er erst eine Woche ohne uns zuhause war.
Umso erfrischender war es, als er dann zu uns stieß, was natürlich auch noch zur allgemeinen Erholung beitrug.



Dünen bei Rantum





List (nördlichster Punkt Deutschlands!)






Fährhaus Munkmarsch



Aber vorallem liebe ich diese wunderbar klare Luft an der Nordsee.
Diese (sss-steife) Brise!

Innerhalb kürzester Zeit hatte ich tatsächlich das Gefühl innerlich wieder richtig durchgepustet und gereinigt zu sein.
Stellt Euch vor, ich war sogar mit meiner Yoga-Matte am Strand.
Morgens um sechs Uhr!
Beim Sonnenaufgang.
(Die Instagramer unter Euch konnten die Photos ja bereits sehen.)
Und den Weg zum Strand und den Aufgang durch die Dünen musste ich mir nur mit den Kaninchen geteilt, die hier und in den umliegenden Bereichen von den Abend- bis in die Morgenstunden das Regiment übernehmen.


Das nennt man wohl Slow-Down?!







Steilküste "Rotes Kliff"









Ansonsten bringe ich Euch von der Insel keine Restaurant- oder Sightseeing-Tipps mit.
Sie sind bereits zu Hauf niedergeschrieben.

Dafür zeige ich Euch ganz viele Photos. 
Lasst Euch damit einmal mitnehmen auf diese wunderschöne deutsche  Nordseeinsel, die den Ruf hat, das Ziel der Reichen und Schönen zu sein, aber in Wirklichkeit eine schöne Rauheit besitzt, und die im Grunde doch Ihre ganz eigenen Probleme hat.

























Allem voran natürlich ihr ständiger Kampf mit dem Blanken Hans, der an ihr herumnagt und -reißt, weshalb die Wissenschaftler S Y L T schon vor Jahren angedroht haben, dass es diese Insel in roundabout 100 Jahren nicht mehr geben wir.... seuffzzz....

Da nutze ich doch schnell die Gelegenheit und schleppe die Familie bald wieder hin!



Liebste Grüße von
Eurer Lillewind



List







Freitag, 4. August 2017

Studentenpesto - und Lyon








Ihr Lieben

Es ist Sommerzeit,
und wer eine heimische Gemüsekiste bekommt oder auf saisonalen Einkauf achtet, der findet derzeit auch häufig die eine oder andere Kohlrabi.

Entgegen der Kohlrabis meiner Kinderzeit, die teilweise schon gleich ohne Grünzeug in den Supermarkt kamen, weil das einfach platzsparender war, oder als man neben dem Gemüse immer einen Extrabehälter fand, in dem man alles vom Blumenkohl und der Kohlrabi entsorgen konnte, was man eh nicht mitessen und daher bitte auch nicht mit wiegen und bezahlen wollte - und das dem nächsten Kunden, der auch gleichzeitig Kaninchenbesitzer war, viel Freude machen konnte - liefert mein Bio-Gemüsehof die Kohlrabis heute bewußt IMMER mit Grünzeug.









Die Blätter an den Knollen (wie auch an der Rote Beete) sind zum einen natürlich ein Zeichen dafür, wie frisch das Gemüse ist.

Vorallem hat es sich aber inzwischen herumgesprochen, dass die Vitamine, Vitalstoffe und das Chlorophyll, die in diesen Blättern sitzten, so mancher Vitaminpille eine natürliche Konkurrenz sind.

Sie enthalten unter anderem sekundäre Pflanzenstoffe wie Carotinoide, die im Körper zu Vitamin A umgewandelt werden.
Auch der  Gehalt an Mineralstoffen ist im Blatt viel höher als der der Knollen - und so steckt in den Blättern beispielsweise viel Phosphor.
Allein dieser Stoff hat im menschlichen Körper zahlreiche wichtige Funktionen. So sorgt es z.B. zusammen mit dem Kalzium für die Festigkeit von Zähnen und Zähnen, und es ein toller Energielieferant für den Körper. Wer will die denn Bitteschön nicht?

Viel zu schade also, um nur an die Kaninchen verfüttert zu werden.















Nur sollten die gesunden Blätter relativ schnell von der mitgelieferten Knolle getrennt und verarbeitet werden, denn sie sind egoistisch und entziehen der Knolle Feuchtigkeit und bringen sie zum Schrumpeln. 

Sind sie dann allerdings von der der Knolle getrennt, verhalten sie sich wie der grüne Salat und welken schnell, wozu sie viel zu schade sind.

Wer grüne Smoothies mag, für den sind genau diese Blätter das gefundene (Mixer-)Fressen, denn ebenso wie Grünkohl und Co. kann man die Kohlrabi-Blätter dazu wunderbar verwenden.

Ich will aber ehrlich sein und zugeben, dass ich sie bei all ihrer guten Gesundheit gerade leid bin - die grünen Smoothies.

Was also tun?
Frau mit grünem Weltwissen schmeißt doch deshalb kein grünes Gold weg!

Ihr Lieben, da gibt es noch ganz wunderbare Alternativen!
Vorallem diejenigen, die wie ich, Liebhaber der italienischen Küche sind, kommen hier sogar ganz einfach auf ihre Kosten! 
Inklusive aller gesunden Inhaltsstoffe!



Beispielsweise mit einem Kohlrabiblätterpesto!




















Ganz nebenbei würde der Volksmund dieses Essen glatt als Arme-Leute-Essen bezeichnen, denn - ganz ehrlich - es ist nicht nur megagesund, sondern auch eine megagünstige und megaschnell angerichtete Familienmahlzeit.
Wenn man es Italienisch mag.
Und auf Pestos steht.
Daher wohl auch der Name: Studentenpesto!?

Ich liebe Pestos in allen Varianten und in Kombinationen!
Mit Nudeln oder Gnocchis - lecker!
Ein Kohlrabiblätterpesto ist für mich daher die gelungene Alternative zur bekannteren Schwester, dem Pesto Genovese.
Zur Familie der Pesto Verde gehören sie übrigens beide!

Und geschmacklich ist der Unterschied gar nicht einmal so groß, wie man denken könnte!

Für alle, die Ihre Kohlrabi MIT Blättern kaufen und sich schon lange fragen, warum die Knolle die überhaupt hat, schreibe ich hier also das Rezept zum Nachkochen auf:







Das Kohlrabiblätterpesto (Studentenpesto):

Ihr benötigt:
ca. 25 g Kohlrabiblätter (von ca. zwei Kohlrabi)
     15 g Sonnenblumenkerne
ca. 50 g Olivenöl (etwas nach Gefühl, lieber hinterher noch etwas 
             nachgeben, wenn das Pesto zu pastig wird.
         1  Knoblauchzehe
ca.  50 g  Parmesankäse
Salz und Pfeffer nach Geschmack

Sowohl mit dem Thermomix als auch mit einer herkömmlichen Küchenmaschine püriert Ihr das Ganze so lange, bis alles ein feiner Brei ist.

Wie jedes andere Pesto paßt auch dieses perfekt zu Pasta und Co.

Im Kühlschrank hält es sich bis zu vier Wochen, sofern immer eine kleine Schicht Öl darauf steht.


Das Ganze geht übrigens ebenso gut mit den Blättern der Rote Beete.

Und, um Euch etwas in Spaghetti-mit-Pesto-Stimmung zu bringen, seht Ihr hier übrigens meine Photos aus Lyon.
Das ist zwar nicht Italien, sondern in Frankreich, aber bedeutet dennoch Urlaubsstimmung pur, obwohl meine Instagram-Follower natürlich wissen, dass ich dort nicht für das Dolce Vita, sondern nur einen Tag zum Arbeiten sein durfte.










Arbeiten dürfen, wo andere Urlaub machen.
I Love my Job and you!

Eure Lillewind