Samstag, 10. Dezember 2016

Lillewinds Wort zum 3. Advent - und Butterkekse - und gaaaaanz viel Magie








Hand auf das Herz, Ihr Lieben!
Ihr seid doch hoffentlich nicht im Weihnachtsstress, oder?!

Wir wissen es natürlich alle! Jetzt ist Weihnachtszeit!
Die Zeit der glänzenden Augen, der gemütlichen Adventsessen mit der Familie, der Weihnachtsfeiern, des Christmas-Shoppings, der wunderschön geschmückten Häuser.

Aber gerade deshalb eben auch die Zeit der unheimlich hohen Erwartungen. Erwartungen, hört Ihr?!
Und das wisst Ihr auch, oder?!

Deshalb einmal ehrlich!
Wie viel Zeit nehmt Ihr Euch gerade eigentlich für Euch selbst?
Für die ganz einfachen, schönen Dinge, die uns das ganze Jahr versüssen können, aber besonders die anspruchsvolle Weihnachtszeit....?!

Wie viel Zeit nehmt Ihr Euch gerade zum Beispiel einfach einmal für einen Spaziergang?
Durch Wald und Natur?


Habt Ihr Euch von der klirrendkalten Luft der letzten Tage auch einmal die Wangen rot färben lassen?

Wann seid Ihr zuletzt nach Hause gekommen und habt Euch an einem heißen Tee oder einer Schneemann-Suppe* aufgewärmt?
Und habt mit der Wärme die Glückseligkeit in Euer Herz einziehen lassen?

Gerade in dieser Zeit bin ich selbst immer so glücklich über unseren Familienhund, der mich zwingt, mit ihm durch die Natur zu stapfen, und damit einfach die Dinge - egal welche - entschleunigt.







Und besonders in den letzten Tagen war die Natur magisch.
Es war zu schön anzusehen, was der Frost mit den Blättern und Gräsern angestellt hat. 
Wie er sie weiß gezuckert und eisig überzogen hat.
Es war einfach himmlisch, früh morgens durch Wiesen oder Wälder zu laufen und das auf sich wirken zu lassen.

Und habt Ihr Euch in diesem Jahr schon die Zeit genommen, einmal ganz einfach und sinnfrei mit Euren Liebsten einen dieser Weihnachtsklassiker wie "Es weihnachtet sehr" anzuschauen?

Oder seid Ihr womöglich doch schon gefangen im alljährlichen Weihnachtsstress?

Das seid Ihr nicht, oder?!
Ihr wisst, ich schreibe es Euch auf, bis Ihr es nicht mehr hören könnt, und bis Ihr es wirklich verinnerlicht habt!

Wir lassen uns nicht durch diese wunderbare Zeit des Jahres jagen und von niemandem den eigentlichen Zauber dieser Zeit verderben.


Und mal ehrlich!
Wozu machen wir es denn jetzt überall so schön?
Stellen einen Adventskranz auf, basteln Adventskalender, schmücken Büsche und Bäume mit Glitzer und Lichterketten, um diese wunderbare Lichterwelt zu schaffen.
Dieser Glitzer, der direkt in unser Herz trifft und uns ein wenig die Illusion von weißer Weihnacht gibt?!

Das macht Ihr doch wohl nicht für andere Leute, die Euch nichts angehen, oder?!
Nicht für die Nachbarn und nicht für die Schwiegermutter!?

Das macht Ihr hoffentlich nur für Euch selbst und - das lasse ich noch durchgehen - für Eure Familie.

Aber Euch ist dennoch nicht weihnachtlich zumute?
Ihr habt schließlich in der Firma einen solchen Stress?!
Das Wetter simuliert gerade auch wieder eher Frühling als Weihnachten?!
Das Fernsehprogramm ist doof, die Fenster müssen vor Weihnachten noch alle geputzt werden, und Ihr sucht noch immer das ideale Rezept für die Weihnachtsgans, weil Euer Mann die bei seiner Mama immer so lecker fand?!

Und sowieso steckt Ihr gerade in einem dunklen Loch, weil es noch dunkel ist, wenn Ihr morgens das Haus verlaßt und abends schon wieder dunkel, wenn Ihr nach Hause kommt?!

Das Leben scheint Euch gerade wieder einmal nur Zitronen zu schenken, während in anderen Familien Harmonie, Friede, Besinnlichkeit und Weihnachtszauber herrschen?!
Man muss doch nur den Fernseher anschalten und kann es sehen?!

Ihr Lieben!
Jetzt ist aber Schluß!
Laßt Euch doch nichts vormachen!
Ihr habt genau das auch!
Ehrlich!

Und bei niemandem läuft IMMER alles rund und harmonisch und schön!

Tatsächlich muss das sogar so sein, denn ansonsten würdet Ihr das Schöne um Euch herum gar nicht mehr wahrnehmen!

Denkt doch einmal an das Beispiel mit den schwarzen Flecken auf dem weißen Untergrund.
Wären die dunklen Flecke nicht da, und müßtet Ihr dauerhaft auf das strahlende Weiß schauen, würdet Ihr es nicht mehr als so schön und strahlend wahrnehmen.
Dann ist es nämlich "normal"!

Die Psyche des Menschen fordert daher regelrecht, dass es ab und zu in unserem Leben dunkle Flecken gibt, damit wir das Schöne umso besser erkennen können und es mehr zu schätzen wissen.

Also, lasst Euch nichts erzählen!

Allerdings könnt Ihr selbst auch so viel tun, um nicht durch diese Zeit zu hetzen, ohne den Weihnachtszauber zu spüren.
Alles nur, um dann am 27. Dezember zu denken, dass Ihr das wieder alles nur für die Nachbarn, die Schwiegermutter und die Kinder getan habt, und dann gefrustet die Kartons aus dem Keller holt, um den ganzen Kram für das nächste Jahr wegzupacken.

Ja, glaubt mir, auch ich benötige ein paar Trigger, um mich auf den Geist der Weihnachten zu besinnen!
Und darauf zu achten, dass ich den Zauber spüre und nicht nur die Mühe sehe, die es kostet, perfekte Weihnachten zu erleben.

Es muss nämlich nicht perfekt sein!

Schon gar nicht für unsere Kinder!

Oder erinnert Ihr selbst Euch etwa heute daran, dass Ihr damals dachtet, die Kekse Eurer Mama seien zu dunkel geworden oder wieder nur aus Weizen- statt aus gesundem Dinkelmehl gebacken? 
Oder, dass die Kerzen des Adventskranzes die falschen Farben haben?!
Und, überhaupt, dass Ihr deshalb als Kind keine schönen Weihnachten hattet?

Im Gegenteil!
Wahrscheinlich könnt Ihr Euch heute nur daran erinnern, dass es so schön war?

Und wie langsam die 24 Tage bis Weihnachten vergingen. 
Und welches Highlight zwischendrin der Nikolaustag war, und wie herrlich der erste Weihnachtstag?
Besonders daran erinnere ich mich gern, denn meine Eltern haben sich damals nicht zerrissen, und es gab keine Verwandtschaftsbesuche, sondern nur Spielen, Spielen, Spielen. Im Schlafanzug.
Die Familientreffen gab es immer erst am zweiten Weihnachtstag.

Und deshalb macht auch Ihr es ab heute anders.
Ab heute laßt Ihr Euch nicht mehr von der Harmonie in anderen Familien irritieren (man schaut den Leuten übrigens IMMER nur vor den Kopf!), macht zu Weihnachten notfalls einen Kartoffelsalat mit Bockwurst, und nutzt die Möglichkeiten der heutigen Zeit, und bestellt mindestens ein paar Geschenke online, um ein paar andere vielleicht mit den Kindern selbst zu basteln.

Und ab sofort macht Ihr auch ein paar der Dinge, die man nur zu Weihnachten machen kann, und die Euch den Zauber der Weihnacht sofort näher bringen werden!

Ich habe zum Beispiel unser Buch mit den Weihnachtsgedichten und den Weihnachtsliedern (beides schon ganz abgegriffene Klassiker in unserer Familie) herausgesucht.

Abends läuft bei uns derzeit Weihnachtsmusik statt Radio.
Im Sommer schauen die Nachbarn schließlich immer so komisch, wenn "Last Christmas" - ohja, ich bin bekennender "Last Christmas"-Fan - durch den Garten schallt, aber jetzt darf es!

Und ich verspreche Euch!
Ein Besuch auf einem Weihnachtsmarkt - natürlich nicht bepackt und genervt vom Shopping - sondern mit der Familie  oder den Freundinnen wirkt Wunder.
Der Duft von gebrannten Mandeln und Glühwein weckt in mir - und in Euch bestimmt auch - sofort Erinnerungen an die Kindheit.
Diese Zeit, als Weihnachten noch so magisch war!

Im Sauerlandpark in Hemer gibt es in den letzten Tagen vor Weihnachten wieder eine kleine Eislaufbahn.
Ich sage nur, "Christmas in New York"-Feeling.
Da werde ich auf jeden Fall mit den Jungs hinfahren!
New York ist zu weit, deshalb zunächst nach Hemer!

Eine ganz einfache Methode bei Familie Lillewind, um sich auf Weihnachten einzustimmen, ist auch immer unser gemeinsames Weihnachtsplätzchenbacken.
Eigentlich soll es auf Herrn Lillewinds Wunsch jedes Jahr Spritzgebäck sein.
Hier liegt für meine Männer nämlich die größtmögliche Wirkung in den einfachsten Mittel.
Einziges Problem ist, dass wir dazu immer erst den uralten Fleischwolf von der Oma besorgen müssen, weil wir nur mit diesem backen können wollen - und der läuft gerade bei der Oma selbst noch heiß.






Also mussten wir vorerst auf selbstgebackene Butterkekse ausweichen.
Ihr könnt das Ergebnis unseres ersten Weihnachtsbackens auf den Bildern sehen.
Und wie Ihr seht, sieht man nichts!
Zumindest nicht den schönen Stempelabdruck.

Dabei ist der Stempel richtig schön!
Nur "verbacken" sich sämtliche Stempel bei mir irgendwie  immer zu total Unleserlichkeit.
Was natürlich nichts am Geschmack der Kekse ändert, und der ist so klasse, dass ich Euch hier das Rezept noch aufschreibe.

Zuckerpuppen-Butterkekse

250 g  Dinkelmehl
125 g  weiche Butter
125 g  Zucker
1      Ei
1 Pak  Vanillezucker

Für die Glasur
200 g Puderzucker
ein paar Tropfen Zitronensaft

Ihr verknetet einfach alle Zutaten miteinander, rollt den Teig in Klarsichtfolie ein und lasst ihn mindestens über Nacht im Kühlschrank ruhen. 
Ich hatte den Teig dort sogar vergessen und ihn dadurch sogar zwei Tage kühlen lassen. Perfekt!
Zuerst wird dann der Backofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorgeheizt.
Den kalten Teig rollt Ihr nun portionsweise zwischen Klarsichtfolie aus und stecht mit einem Glas oder einer Tasse die Kreise aus.
Ich habe dann den "Zuckerpuppen"-Stempel aufgedruckt.
Zu dem Zeitpunkt sahen die Kekse perfekt aus.
Nachdem sie 15-20 Minuten im Backofen waren, sahen sie das noch immer, nur war die Schrift nicht mehr lesbar. 
Aber egal, oder?!

Für den Zuckerguss gebt Ihr den Zitronensaft am besten tropfenweise zum Puderzucker und verrührt ihn, bis er die richtige streichfähige, aber nicht zu flüssige Konsistenz hat.
Dann die Masse auf die noch warmen Kekse geben und hoffen, dass Ihr auch selbst noch welche abbekommt.






Eine andere schöne Möglichkeit, sich einmal aus dem Alltag herauszunehmen und etwas Weihnachtsbesinnlichkeit zu finden, kann sein, einmal etwas ganz anderes, nicht Alltägliches zu machen.

Dazu sind mein Mann und ich in manchen Jahren in der Weihnachtszeit einfach einmal ein Wochenende weggefahren, oder wir waren einmal in einer schönen Sauna.

Am letzten Wochenende waren wir alle Vier allerdings bei einem ganz besonders schönen Event - und mussten dazu noch nicht einmal weit reisen.









Wir haben an einem Magic Dinner mit dem
Zauberer Chris Monroe teilgenommen.
Wißt Ihr, was das ist?

Ein sooo schönes, echt magisches Event!
Im Restaurant Makki in Iserlohn wurde uns ein
Vier-Gänge-Menü serviert, und zwischen den Gängen ein herrlich, magisches Zauberprogramm präsentiert.

Davon abgesehen, dass es mit #lillewindsbikini so natürlich nie etwas werden wird, war es in jeder Beziehung köstlich.
Sowohl Magie wie auch Menü.

Solltet Ihr Euch jemals einmal richtig verzaubern lassen - ich verrate Euch hier natürlich nichts - dann nutzt einmal die Gelegenheit, Euch Chris Monroe bei einem seiner Auftritte anzuschauen.
Wenn selbst ein pubertierender Teenie ganz ungläubig begeistert nach Hause geht, ist das wohl das größte Kompliment, oder?!

Und verspreche ich Euch: Einmal so etwas zu unternehmen, katapultiert Euch regelrecht in die Weihnachtszeit.

Ihr Lieben!
Es ist EURE Weihnachtszeit!
Nicht die Eurer Nachbarn, Schwiegermütter, Bekannten, Kollegen!

Ihr sollt es schön haben und sie so geniessen, dass Ihr Euch wünscht, wir hätten das ganze Jahr über Weihnachten!

Also, raus aus der Alltäglichkeit - rein in die Magie der Weihnacht.

Das sollte unser aller Motto sein!
Nur für uns ganz allein!
Für niemand anderes!

Und deshalb hetzt ab heute auch niemand von Euch mehr durch diese Zeit des Jahres. Weil es die schönste Zeit des Jahres ist.

In diesem  Sinne wünsche Euch einen ganz wunderschönen und besinnlichen dritten Advent!

Eure Lillewind









*Kakao mit Marshmallows  - das neue Lieblingsgetränk meines Sohnes

"Zuckerpuppe"-Stempel: Räder über Deinlieblingsladen



Samstag, 3. Dezember 2016

Lillewinds Abenteuer - Die Bahnfahrt












Heute habe ich einmal eine kleine Anekdote aus dem Leben der Lillewind für Euch...
Ihr wißt ja: man kann, rückblickend betrachtet, aus fast allen Lebenssituationen, und mögen Sie, wenn man drin steckt, noch so verzwickt, anstrengend und unglücklich erscheinen, irgendetwas ziehen, worüber man später schmunzeln kann.
Irgendetwas gibt es da eigentlich immer....

Ich finde ja zum Beispiel, dass ich einige Dinge ganz gut kann. Manche Dinge kann ich aber überhaupt nicht.
Ich will kann z.B. keine Autoreifen wechseln und ich will kann nicht Segeln.

Vorallem bin ich aber absolut kein Bahnfahrer.
Auch kein Busfahrer (Mitfahrer...versteht sich!)
Öffentliche Verkehrsmittel überfordern mich sogar relativ schnell.
Ich gebe es hier offen zu.

Wenn es sein muss, und ich es mir aussuchen kann, nehme ich von allen öffentlichen Verkehrsmitteln noch am liebsten 
die U-Bahn, weil ich da die Pläne und Schilder wirklich übersichtlich finde.
Bus geht jedoch gar nicht, und Bahn klappt auch nicht immer.

Ich nehme mir das auch gar nicht übel und erlaube mir diese Schwachstelle, denn woher sollte ich es auch gelernt haben?!
Als ich zur Schule ging, wohnten wir in fussläufig zurückzulegender Entfernung zur Schule, während meine Mitschüler schon sämtliche Buslinien, Fahrpläne und Zeiten verinnerlicht hatten. 
Mein erster Freund wohnte zwar im Nachbarort, hatte aber schon zu Schulzeiten ein eigenes Auto, und Bus fuhr ich nur in seltensten Fällen, wenn er, was allerdings nicht so selten vorkam, den Autoschlüssel wegen zu schlechter schulischer Leistungen nachmittags abgeben musste.

Aber selbst dann wurde ich zur Bushaltestelle gebracht und, auch mit Siebzehn noch, in den richtigen Bus gesetzt. 

















Heute wohne ich in einem Dorf, dass circa fünfzehn Kilometer von meinem Arbeitsplatz entfernt liegt.
Um die mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückzulegen, müsste ich mehrfach umsteigen und einen Vormittag einplanen.
Also!? Wo sollte ich gelernt haben, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren?!
Das seht Ihr doch genauso, oder?!

Vor Kurzem musste ich allerdings beruflich für einen Tag nach Hamburg fahren. 
Für solche Fälle gibt es ja Gesetze und Regeln, und es war klar, dass ich dazu den Zug nehmen müsste.

Eigentlich fand ich das auch gut, denn im ICE, sagt man ja, reist es sich bequemer als im Stau, und laut Fahrplan benötigt man bis Hamburg - inklusive Umsteigen - nur drei Stunden, was man mit dem Auto ja nur schwerlich schafft.
Zu meinen Reisezeiten, mitten im Berufsverkehr - gar nicht.

"Prima, Lillewind", dachte ich!
"Da kannst Du im Zug lesen und das Lillewind-Büro erledigen!"

Und dann ging die Reise los....
Das Bahnticket musste ich über ein Reisebüro buchen und bekam einen Auftrags-Code, den ich "einfach" am Ticketautomaten im Bahnhof eingeben sollte, woraufhin der mir ein Ticket ausdrucken sollte.
Gaaaaaanz einfach sollte das sein.

Gut, der Automat konnte nicht wissen, dass ich zeitlich schon etwas zu knapp von zu Hause losfahren würde, dann noch in den Stau kommen würde, und das nächstgelegene Parkhaus und alle umliegenden Parkplätze voll wären.
Natürlich war es auch meine Schuld, dass ich letztendlich mein Auto nur noch in irgendeinem Parkhaus abstellen konnte, in in dem das für länger als 24 Stunden möglich war - und nur noch aus den Augenwinkeln las, dass es täglich um 22 Uhr schließt.
Ich konnte auch keine Rücksicht mehr darauf nehmen, dass mein Zug am nächsten Tag erst um 21.15h wieder im Ort eintreffen würde.

Natürlich wußte der Automat auch nicht, dass ich im Dauerlauf in den Bahnhof laufen mußte, und mir nur noch zehn Minuten bis zur Abfahrt meines Zuges blieben.

O.k.!
Wenigstens gefunden habe ich den Automaten dann schnell.
Nicht aber das Eingabefeld für die Auftragsnummer....

Also ging es nach geraumer Zeit in das DB-Reisezentrum, in dem leider ausser mir bereits zehn andere Personen vor drei Schaltern Hilfe suchten, weil sie wahrscheinlich alle vergeblich das Eingabefeld für die Auftragsnummer gesucht hatten. 
Schlimmer war allerdings, dass Ihr Euch jetzt hinter den Schaltern Beamte wie aus dem Bilderbuch vorstellen müsst.
Sehr ruhig - sehr gechillt....

Nachdem mich zwei nette Reisende vorgelassen hatten, weil - sagte ich es bereits? - mein Zug bald abfahren würde, war der erste Kommentar des Beamten auf meine Bitte, mir das Ticket doch bitte auf diesem Wege auszudrucken:
"Da müssen Sie mal früher kommen, ne?!"

Dann war er aber sehr nett und reagierte in seinen Möglichkeiten flexibel und druckte mir das Ticket für jeden Zug, den ich benutzen würde - es waren auf Hin- und Rückfahrt jeweils zwei - auf jeweils zwei einzelnen Blättern aus.
Mit jedem Blatt, das der Drucker der Deutschen Bahn im Zeitlupentempo auswarf,  wuchs das Risiko, dass für mich der Kardiologe hinzugezogen werden müßte, aber ich habe es dann tatsächlich geschafft, und war froh, dass am Drucker weder zusätzlich das Farbband zu wechseln war, noch es zu einem Papierstau kam.

Mit einem ganzen Bündel Tickets in der einen Hand, meinem Photostativ auf dem Rücken, mit dem ich mich wie Che Guevara fühlte,  und dem Rollköfferchen in den Hacken konnte ich regelrecht noch auf den Zug nach Hannover aufspringen, der dann aber - oh, Wunder! - gar nicht abfuhr!
Fragt mich nicht, warum?!

Dreißig Minuten Stillstand!
Warum auch immer. 
Da hätte ich die Tickets für die nächsten drei Jahre ausdrucken lassen können.

Sorgen machte mir nur, dass dieser Zug nun dreißig Minuten Verspätung haben würde, mein Anschlußzug in Hannover aber bereits zehn Minuten vor der neuen Ankunftzeit abfahren würde.
Nun gut, damit konnte man sich ja noch in Hannover beschäftigen.

Im Zug brauchte ich die ersten dreißig Minuten, um mich zu sortieren. Mich, meinen Sitzplatz, mein Gepäck - und vor allem meine TICKETS! 









Bis Hannover gab es dann aber keine weiteren Vorkommnisse, und, man glaubt es kaum, der Anschluß-ICE nach Hamburg hatte dort gewartet, was mich natürlich nicht davon abhalten konnte, mit all meinem Gepäck wie ein Terrorist im Einsatz durch den Hauptbahnhof Hannover zu rasen.

Ohne weitere Vorkommnisse kam ich mit nur zehn Minuten Verspätung in Hamburg an - was ich merkwürdig fand, denn wie kann man ohne weiteren Halt zehn von ursprünglich zwanzig Minuten Verspätung wieder herausholen? 

Aber diese eine Stunde lang fand ich tatsächlich, dass eine Fahrt mit dem ICE durchaus eine feine Sache sein kann.

Bis am nächsten Tag die Rückfahrt kam.
Ich fuhr am späten Nachmittag ab Hamburg Dammtor zurück. 

Diesmal war ich ausreichend - bis viel zu früh - am Bahnsteig und durfte daher in einem verglasten Wartebereich auf dem Bahnsteig Platz nehmen, um nicht auf dem zugigen Bahnsteig selbst warten zu müssen.

Wieso sind Bahnsteige eigentlich grundsätzlich so zugig?
Und wieso riecht es im gesamten Bahnhofsbereich - ob innen oder aussen - immer so unangenehm?

Die Sache mit der Wagenstandsanzeige am Gleis hatte ich inzwischen auch gelernt.
Meine Sitzplatzreservierung galt für Waggon Nr. 1.
Und genau an der Stelle, an der dieser Waggon bei Einfahrt des Zuges zum Stehen kommen würde, stand das gläserne Wartehäuschen, in dem ich die nächsten zwanzig Minuten verbringen würde.

Also! Alles perfekt!
Nur, dass der Zug bei der Einfahrt genau anders herum einfuhr!
Ehrlich!
Ich schwöre!

Mir müsstet Ihr es ja nicht glauben - aber glaubt den anderen gefühlten einhundert anderen Reisenden, die neben mir standen, als der Zug einfuhr.

Ja, wo jetzt das Problem lag? Dann geht man einfach durch den Zug zu seinem Platz?!

Das Problem war, dass es Feierabendzeit war und auf dem Hamburger Bahnhof Rush-Hour, und wir nicht in den Waggon Nr. 1, in dem wir sitzen würden, einstiegen, sondern mit all unserem Gepäck (Ihr erinnert Euch? Stativ? Köfferchen? Kameraausrüstung?! Che Guevara?!) in den Waggon Nr. (gefühlt) 3001.

O.k., tatsächlich war es der Waggon Nr. 12, aber, wenn Ihr versucht, mit Gepäck durch elf völlig überfüllte Waggons zu gehen, um zum Ersten zu gelangen, kommt es Euch schnell so vor, als seien es Tausende. 
Es ist im Übrigen nahezu unmöglich!

Der Tipp eines Mitreisenden:
An der nächsten Station -  Hamburg Hbf - wieder aus dem Zug raus, und aussen am Zug entlang bis zum richtigen Waggon laufen.
Gesagt, getan!

Bis Waggon Nr. 5 bin ich gekommen. Dann ging die Fahrt weiter, und für mich begann wieder die Wanderung durch die vollen Waggons.












Kurz vor Hannover, wo ich wieder den ICE wechseln musste, hatte ich meinen Sitzplatz auch schon erreicht. (Fast!)
Aber im Hauptbahnhof Hannover ging dann alles glatt.

Ich lief ausreichend schnell und kam rechtzeitig am Anschlußzug und dort rechtzeitig am richtigen Waggon an, und fand meinen richtigen Sitzplatz.

Etwas besorgt nahm ich beim Einsteigen allerdings zur Kenntnis, dass ein Teil des Zuges in Bielefeld abgekoppelt werden würde und nur der eine Teil in Richtung meines Heimatbahnhofs weiterfahren würde.
Über die Lautsprecher wurde mehrfach darum gebeten, zu kontrollieren, ob man auch wirklich im richtigen Teil des Zuges sass.
Ich hätte mir ja alles zugetraut - aber ich sass im Richtigen.

Dass der Zug mit Verspätung losfuhr, machte mir auch bis zum Heimatbahnhof nicht die große Sorge. 
In einer Zeitspanne von dreißig Minuten sollte es mir wohl gelingen, mein Auto aus dem Parkhaus zu bringen, oder?

Gedanken machte ich mir erst, als der Zugführer drei Minuten vor der regulären Ankunftzeit verkündete, dass es leider eine kleine Störung gäbe, wir uns keine Sorgen machen sollten, aber man aufgrund eines Ausfalls jeglicher Signalanlagen vor dem Bahnhof gezwungen sei, "auf Sicht" zu fahren.
"Auf Sicht"-Fahren, habe ich schnell gelernt, heißt: Schrittgeschwindigkeit.
Und damit eine Verzögerung von zwanzig Minuten!

Na, das war ja in zweierlei Hinsicht nicht schlimm. 
Zum einen konnte ich schließlich auch in zehn Minuten noch vom Bahnsteig rennen, den Bahnhof verlassen, das Parkhaus und den Ticketautomaten erreichen,  bezahlen,  und das Parkhaus mitsamt Auto verlassen. Alles machbar...

Zum anderen brauchte ich einfach noch Zeit im Zug!
Zeit, um das Abteil zu wischen!

In Hamburg hatte ich mir nämlich am Bahnhof eine Wasserflasche - mit ETWAS Kohlensäure versetzt - gekauft, und bislang noch nicht angerührt.

Auf den Schreck mit der Schrittgeschwindigkeit, wollte ich einen Schluck trinken, aber Ihr glaubt nicht, was abging, als ich die Flasche aufdrehte.

So laut und so oft konnte ich mich hinterher gar nicht mehr entschuldigen. Bei den umsitzenden Fahrgästen, die allesamt reichlich geduscht worden waren - von mir selbst sage ich ja schon gar nichts - und bei der Deutschen Bahn für die nassen Sitze, die Fenster, von denen das Wasser herablief, und dem Boden, der zur einzigen Schlitterbahn geworden war.

Unfassbar, wie viel Wasser in einer 0,5 ltr.-Wasserflasche sein kann.












Naja, lange Rede - kurzer Sinn!
Im Parkhaus wollte der Automat meine Parkkarte nicht akzeptieren, und ich musste erst über die Sprechanlage Hilfe rufen.

Zwischendurch plante ich, mich einfach in mein Auto zu setzen, und mit Vollgas durch die Schranken zu fahren.
Hauptsache raus aus dem Parkhaus und ab nach Hause.

Ich hatte letztendlich allerdings Glück und konnte bei einer Dame, die schon im Begriff war, Feierabend zu machen, in bar bezahlen. Und, man höre und staune!
Pünktlich um 21.55h öffnete sie die Schranke, um mich aus dem Parkhaus fahren zu lassen.
Na, das nenne ich einmal unkompliziert und problemlos, oder!?

So sieht es also aus, wenn Lillewind auf Reisen geht.
Als ich endlich zuhause eintraf, hat meine Familie fast eine Kerze angezündet.
Aber dafür kann ich ganz viele andere Sachen richtig, richtig gut....

Ich wünsche Euch ein schönes drittes Adventswochenende, Ihr Lieben!

Liebste Grüße von
Eurer Lillewind


Montag, 28. November 2016

Es wird nicht alles besser oder schlechter... aber anders.... - Was bleibt, ist der Adventskalender?!












In diesem Jahr wollte ich ihn fast wegfallen lassen oder durch einen komplett fertig Gekauften ersetzen, aber dann habe ich es doch wieder nicht über mein Herz gebracht.
Es ist doch immer wieder zu schön, wenn die Jungs morgens die Päckchen öffnen.
Egal, wie alt sie sind - und egal, wie alt ich bin....

Während ich dieser Tage also wieder einmal mit den obligatorischen 48 Päckchen für die Adventskalender meiner Jungs beschäftigt war, musste ich oft darüber schmunzeln, was für Gedanken mir nach nun sechzehn Jahren Muttersein dabei durch den Kopf gehen.
(Man hat ja schließlich auch etwas Zeit dabei...)









Das waren nicht nur Gedanken, die Kinder betreffend, aber dennoch
Es ist und bleibt ein Wahnsinn, wie schnell und wie sehr sich die Dinge mit Kindern im Laufe der Jahre verändern.
Das Leben als solches, die eigene Einstellung zu vielen Dingen, die Sorgen, die Rituale und die Gewohnheiten.

Manches bleibt wohl, besonders für eine Mama, lebenslang wie es ist.
Anderes macht oder tut man ewig lang für seine Kinder (so wie der Adventskalender), weil man ja eigentlich gar nicht gern möchte, dass sie zu groß für manche Dinge werden -  und anderes muss man einfach akzeptieren und loslassen, ob man mag oder nicht.
(So, wie Herr Lillewind schon wieder akzeptieren muss, dass er definitiv zu gross für einen Adventskranz ist!)








In den letzten Tagen musste ich oft an die Zeit denken, als meine Kinder noch ganz klein waren, und mein Mann und ich praktisch für jeden Schritt, den wir allein vor die Tür machten, einen Babysitter brauchten.

An diese Zeit, als es normal war, dass bei Partys einer von uns beiden fehlte, weil der mangels Babysitter zuhause bleiben musste.

Aber auch an diese Zeit, als bei keinem unseren Frauen- und Freundinnen-Treffen - egal zu welcher Tageszeit - alle dabei waren. 

Grundsätzlich konnte mindestens eine von uns nicht, weil entweder der Mann auf Geschäftsreise war, im Kindergarten ein Elternabend einberufen worden war, bei dem man nicht fehlen durfte, ein Kind zum Sportplatz oder zur Musikschule - oder einfach so von Pontius bis Pilatus - zu fahren war, für eine Englischarbeit zu lernen war, oder „einfach nur“ die Windpocken ausgebrochen waren.

Wie oft haben wir damals gesagt:

Das wird alles wieder einfacher! Nur ein paar Jahre…! 











Aber dann gab es da vor vielen Jahren diesen Artikel in einer Frauenzeitschrift, der mich nachdenklich machte:

Piet war gerade zwei Jahre alt, und ich wusste, dass mir noch viele der oben beschriebenen Jahre bevorstanden.
Und das war soweit auch o.k. 

Es war ja schließlich nur eine Phase und würde vergehen?!

Wir waren damals übrigens im Urlaub in der Provence, und ich lag 
- sofern Piet mich liess - am Pool, der einem Hochsicherheitstrakt mit hohem Zaun und Alarmanlage glich, und mir täglich bewusst machte, dass die Verantwortung und die Gefahren für Kinder im Alltag nicht zu unterschätzen sind.

Gerade begann ich mir dennoch vorzustellen, dass es nur noch ein paar Jahre wären, bis meine Söhne mir den

Café au Lait hier servieren könnten, da war er vor mir...
Der Artikel in der Frauenzeitschrift, der mich da ganz anderer Dinge belehren wollte.
Er war übrigens geschrieben von einer Ehefrau und Mutter in meinem heutigen Alter, und machte mich recht nachdenklich.

Wir gehen doch alle davon aus, dass es, wenn unsere Kinder erst größer sind, wieder einfacher wird, unseren eigenen Interessen nachzugehen.
Ihr doch auch, oder?

Man kann seine Zeit dann endlich wieder eigenverantwortlich verplanen.

Man kann mit seinem Mann dann die tollsten Restaurants testen oder abendelang beim Lieblingsitaliener plaudern, während man sich stundenlang tief in die Augen schaut (hüstel).
Man trifft sich endlich wieder regelmässig mit den Freundinnen, um Rotwein zu trinken - gern wieder im „Szene“- oder "In"-Lokal - und es ist wieder völlig gleichgültig, ob wir um 22 Uhr, um 23 Uhr oder nach Mitternacht nach Hause kommen, weil da kein Baby gestillt werden muss und kein Babysitter nach Hause geschickt werden muss.
Es spielt auch auch (in praktischer Hinsicht) keine Rolle mehr, ob der Mann gerade in Shanghai das Millionenprojekt bekommt oder in der Südsee segelt.


Wir werden wieder viel unabhängiger sein!








Und da erzählt mir der Artikel in der Zeitschrift plötzlich, dass sich die Zeiten tatsächlich ändern.

Aber anders....

Denn tatsächlich berücksichtigt man in der Zeit, wenn man Babys hat, zwar den Umstand, dass Babys wachsen und aus Kindern Leute werden.
Irgendwie vergisst man dabei aber, dass auch wir selbst älter werden - zumindest manche von uns - und nicht nur wir, sondern auch unsere Familien und Freunde werden es.

Und irgendwann fangen dann tatsächlich wieder ganz andere Zeiten an. Nur anders, als wir einmal gedacht hatten.

Plötzlich beginnen dann nämlich bei den Frauenabenden die
„Ich-vertrage-keinen-Rotwein-und-ich-bin-Nachtblind“- und die „Ich-muss-jetzt-nicht-mehr-vier-sondern-vierzehn-Kilo-abnehmen“-Zeiten.

Während wir früher mit sechs Frauen an einem langen, lustigen Frauenabend auch schon einmal fünf Flaschen Sekt getrunken haben, müssen heute plötzlich drei von sechs Frauen die drei Strassen bis nach Hause mit dem Auto fahren.

Zwei weitere nippen an einer Weißweinschorle, weil sie plötzlich intolerant gegenüber Histamin in Rotwein sind, und die Letzte, die mit mir zusammen Rotwein trinkt, trinkt tatsächlich nur ein – na, vielleicht zwei Gläschen, weil wir alle am nächsten Morgen früh raus müssen.
(Danke übrigens noch einmal für den Hinweis).

Und Ihr könnt Euch sicher vorstellen, dass man an solchen Abenden auch immer genau weiß, wer die Flasche geleert hat, wenn die Gastgeberin uns beiden Rotwein-Trinker gegen 22h fragt: „Na, Ihr beiden?! Ein Gläschen trinkt ihr doch noch, oder?! Ich mache Euch mal noch ein Fläschen auf!“.

In dieser Zeit beginnen dann auch die Parties, auf denen die Frauen wieder, wie damals, als alle der Reihe nach erst schwanger und dann stilldement wurden, bei Wasser und alkoholfreiem Bier beisammen stehen. 

Schwanger ist jetzt aber keine mehr von uns. 
Stattdessen muss nun immer eine von uns im Laufe des Abends ihre Kinder abholen.
Jetzt allerdings nicht mehr vom Flötenunterricht, sondern angetrunken von den Teenie-Partys.

Gab es in der frühen Kindheit Deiner Kinder einmal eine Zeit, in der Du dachtest, dass Du irgendwann einmal keinen Babysitter mehr benötigen wirst, dann genieß die kurze Zeit, die irgendwann tatsächlich kommt.

Du kannst Deine Kinder dann tatsächlich mit einer Tüte Chips, einer Flasche Sprite und „Wetten, dass....“ bestechen, damit Du und Dein Mann abends zu einem Event aufbrechen könnt, ohne erst einen Babysitter zu organisieren.

Ich kann Dir sagen: Das kommt!
Ich muss Dir leider aber auch sagen, dass diese Zeit mit ziemlicher Sicherheit sehr kurz sein wird.

Und dann kann es von heute auf morgen passieren, dass Deine Kinder, die inzwischen Teenager sind, zuhause (natürlich ohne Dein Wissen) die gleiche Party feiern werden, wie Du sie unter Umständen gerade besuchst.
Nur folgenschwerer.... für die Tapeten....die Teppiche...die empfindlichen Möbel...


Es liegt allerdings tatsächlich nicht an Deinen grossen oder kleinen Kindern, dass es in dieser Zeit merkwürdigerweise noch immer nicht leichter, sondern manchmal sogar noch schwerer wird, ein Frauentreffen zu arrangieren.

Ein Grund dafür ist sicherlich, dass viele Frauen unfreiwillig Spät- oder Neustarter sind, was ihre eigene berufliche, kreative oder interessenmässige Entwicklung betrifft.

Während in Deutschland die meisten Männer die Hochphase Ihrer beruflichen Entwicklung im Alter zwischen 30 und 40 durchleben, und in dieser Zeit Vollgas geben, starten viele Frauen erst um die Vierzig wieder voll durch.

Während für viele Männer diese eigene Entwicklung ab Vierzig abgeschlossen ist, und viele sich so gut entwickelt haben, dass es ihrer Meinung nach, bis zum Beginn der Rente - früher oder später - keinen Nachbesserungsbedarf mehr gibt, hatten wir Frauen genug Zeit, uns nicht nur Gedanken zu machen, was wir wirklich können, sondern auch, was wir wirklich wollen.

Und Ihr wisst ja:

Frauen über Vierzig wissen wirklich, was sie können!
Und noch mehr wissen Sie, was sie wollen.

Hinzu kommt, dass unsere Familie unsere Kräfte nun nicht mehr zu 100% aufbraucht – zumindest dürfen wir jetzt in der Regel nachts durchschlafen – und wir uns wieder anders fokussieren können.

Und das tun viele von uns jetzt mit sehr viel Energie.

Es ist bewunderswert, zu sehen, was viele Frauen gerade jetzt um die Vierzig, mit dem Wissen, das uns vor zehn bis fünfzehn Jahren noch fehlte, auf die Beine stellen.

Da hinein setzen wir jetzt nämlich unsere ganze Frauenpower, die wir vorher benötigten, um das kleine Familienunternehmen unter teilweise härtesten Bedingungen am Laufen zu halten.
Man könnte meinen, wir seien wirklich sturmerprobt!

Allerdings werden Frauen über Vierzig dadurch auch für viele Männer anstrengend.

Verständlich, wenn ihre Männer im Grunde ja auch jahrelang darauf gehofft hatten, dass Ihr häusliches Leben sich irgendwann wieder einmal entspannen wird.






Jetzt wäre ja auch die perfekte Zeit:

Die Kinder sind größer, die Karriere nicht mehr in den Startschuhen, der Hausbau abgeschlossen.
Keine großen Überraschungen mehr zu erwarten.
Und da geht Frau jetzt plötzlich noch einmal steil?! 

Nicht immer, hat der Mann sich das so vorgestellt. 
(Mit Herrn Lillewind habe ich da echtes Glück gehabt,...)
Aber das nur am Rande…

Was ich sagen wollte, war, dass die Tatsache, dass wir Frauen uns wieder viel mehr in anderen beruflichen oder privaten Projekten engagieren können, natürlich auch zur Folge hat, dass wir bei den Terminen für Frauenabende wieder genauso da stehen, wie vor zehn Jahren.

Die eine Freundin steckt nun in einer Weiterbildung, die andere hat einen Termin im Ausland, die Dritte plant gerade gar ihre erste eigene Ausstellung.
Und wieder sind nie alle gleichzeitig bei einem Treffen da.

Was wir aber vielleicht alle am wenigsten berücksichtigt haben, als unsere Kinder klein waren, ist der Punkt, in dem es in dem Artikel, den ich damals in der Frauenzeitschrift in der Provence gelesen habe, hauptsächlich ging:
Auch unsere Eltern werden älter!

Wenn unsere Kinder größer sind - und damit meine ich Teenager , sind die Frauen in der heutigen Zeit in der Regel um oder über 40 Jahre alt und unsere Eltern um die 70.

Für viele heißt das, dass die Eltern, die bislang uns unterstützt haben, nun unsere Unterstützung benötigen.

Haben wir vorher Termine absagen müssen, weil Kinderkrankheiten ausbrachen, schrieb die Autorin des Artikels damals davon, dass sie es nie mehr pünktlich zu den Frauenabenden schaffte, weil sie im Pflegeheim ihren Vater versorgen musste, weil das Personal das nicht mit der Fürsorge tat, die Ihr wichtig war.


Man könnte sagen:
Andere Zeiten, andere Freuden, Beschäftigungen, Sorgen und Probleme.










Aber jetzt zurück zum Adventskalender.

Ich konnte in diesem Jahr nicht so viel Zeit mit Basteln verbringen, wie ich es in früheren Jahren schon einmal getan hatte, wollte ihn aber dennoch nicht wegfallen lassen.
Ausserdem sollte er dem Alter des Teenies angemessen sein.

Daher fällt er in diesem Jahr schön schlicht aus.
Dafür gibt es neben der "normalen" Füllung täglich einen gedruckten schönen Spruch oder ein Statement.
Zum Nachdenken oder aber zum Schmunzeln.

Allerdings ist der ganze "Adventskalender" etwas raumfüllend geworden, denn 48 Päckchen fordern einfach Platz, aber er paßt perfekt auf die Rundung unserer Treppenbrüstung.

Solltet Ihr auf die Schnelle - zwei Tage habt Ihr noch -  noch einen Kalender benötigen, kann ich Euch diese Art wirklich sehr empfehlen. 
Die Tütchen und Zahlen könnt Ihr - wie ich - online bestellen,  und sie werden noch am gleichen Tag verschickt.

Was die Füllung betrifft, sind Euch dann ja keine Grenzen gesetzt.

Und Euren Gedanken über das Leben beim Befüllen auch nicht....

Ich wünsche Euch eine wunderschöne Vorweihnachtszeit!

Liebste Grüße von 
Eurer Lillewind


Tütchen: Depot
Zahlen:   Odernichtoderdoch